Institut für Slavische Sprachen und Literaturen

Tschechisch

Tschechisch wird von Hana Kahlig unterrichtet.

Kurzinfo zur Sprache

Die tschechische Sprache gehört zur Gruppe der westslawischen Sprachen. Es ist eine flektierende Sprache, das heisst, dass es die Wörter „ beugt“ ( es verändert ihre Endungen), vor allem je nach der Funktion des jeweiligen Wortes im Satz.
Das Tschechische wird von rund 12 Millionen Menschen gesprochen ( Stand 1999), von denen zirka 10 Millionen in Tschechien leben, wo es die Amtsprache ist.
Die tschechische Sprache finden wir auch in Oesterreich ( besonders in Wien), in Polen, Deutschland, in der Ukraine ( Wolhyner Tschechen), in Kroatien ( vor allem im Gebiet um Daruvar) und im westlichen Rumänien
( Banat). Mehrere tausend Tschechen leben in der Slowakei, wo sie seit der Teilung der Tschechoslowakischen Republik ( 1992) geblieben sind.
Tschechisch wird auch ausserhalb von Europa gesprochen, in Australien und Kanada, aber vor allem in den Vereinigten Staaten, wo die meisten Tschechen ausserhalb der Tschechischen Republik leben.

Die erste slawische Schriftsprache im heutigen tschechischem Sprachgebiet war das – ab 863 von den Brüdern Kyrill und Methodius in Grossmähren eingeführte- glagolitisch geschriebene Altkirchenslawisch.
Erste Belege der Alttschechischen Sprache ( Böhmisch, Bohemisch) sind religiöse Lieder und kurze Texte, sog. Glossen, aus dem 12. und 13. Jahrhundert.
Im Mittelalter entwickelte sich das Tschechische zu einer reichen und ausgearbeiteten Sprache vieler Literaturgattungen. Mit der Entwicklung des böhmischem Staates verbreitete es sich auch ausserhalb der nationalen Grenzen. In der Zeit vom 14. bis zum 16 Jahrhundert ist eine „ Expansion“ der tschechischen Sprache festzustellen .Sie wurde vor allem im Oberschlesien, aber auch in Ungarn und in der Slowakei gesprochen .Einzelne Bohemismen finden wir allerdings auch in anderen Sprachen (z.B. im Russischen) und die Bezeichnungen der hussitischen Waffen gingen seinerzeit durch ganz Europa ( pistala- Pfeife, Grundlage für das spätere Wort „ pistole“, aus „ houfnice“ wurde Haubitze).

Die Umgangssprache in Tschechien hebt sich von der Schriftsprache ab. Es handelt sich dabei nicht um einen örtlichen Dialekt, sondern um die gesprochene Sprache, die je nach Gebiet unterschiedlich ist.

Für die heutige tschechische Rechtschreibung ist die Verwendung sog. diakritischer Zeichen charakteristisch, also Striche zur Bezeichnung der Länge von Vokalen und Häkchen, vor allem über den Buchstaben s,z,c,r,n
bzw. auch über d,t,n, und e – zur Bezeichnung jener Laute, für die im ursprünglichen lateinischen Alphabet kein Buchstabe zu finden ist. Dieses Prinzip respektiert sehr sinnvoll die phonetische Verwandtschaft der Konsonanten. Seine Grundsätze wurden bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Jan Hus in seiner Schrift
De ortographia Bohemica formuliert.
Da die diakritischen Zeichen im Web nicht immer korrekt dargestellt werden, werden tschechische Namen (Orts- und Personennamen) oft ohne sie geschrieben. Es gibt auch zahlreiche tschechische Webseiten, die heute bewusst ganz auf die diakritischen Zeichen verzichten.

Sprachkurs

Der Tschechischsprachkurs ist folgendermassen strukturiert:
Es gibt jeweils einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenkurs, welche beide je zwei Semester dauern. Die Kurse werden wöchentlich während jeweils zweier Lektionen unterrichtet.
Im Anfängerkurs wird den Studierenden eine solide Grammatik-Basis vermittelt, welche im Fortgeschrittenenkurs ausgebaut wird.
In beiden Kursen ist es mir ein Anliegen, Aspekte der tschechischen Geschichte, Kultur und Literatur zu vermitteln. Die Studenten erhalten dazu ihrem Niveau angepasste Texte. Besonders im Fortgeschrittenenkurs lege ich grossen Wert darauf, dass genügend Zeit für die Konversation zu allen möglichen Themen bleibt.

Als Lehrmittel werden u.a. auch Lehrbücher für deutsch-, französisch-, englisch-, polnisch-, oder russischsprachige Studenten verwendet , wo die Grammatik und der Wortschatz in ihrer Muttersprache erklärt 
wird.